Dr. Horst Böhlke Stiftung
Stiftung zur Förderung von Wissenschaft & Forschung gegen Leukämie

Alle 15 Minuten erhält in Deutschland ein Mensch die niederschmetternde Diagnose Blutkrebs. Dabei ist Blutkrebs ein Sammelbegriff für verschiedene bösartige Erkrankungen des blutbildenden Systems. Man unterscheidet drei Hauptgruppen von Blutkrebs: Leukämie, Multiple Myelom und maligne Lymphom (Lymphdrüsenkrebs). 

Auch wenn in den letzten Jahren deutliche Fortschritte bei der Behandlung von Leukämien erzielt werden konnten, so bleiben Leukämien, abhängig von der Ausgangssituation der Patienten, eine Erkrankung mit hoher Mortalität. 

Ziel der Dr. Horst Böhlke Stiftung ist es, einen Beitrag zu leisten die Behandlungsoptionen von Leukämiepatienten zu verbessern und damit die Chancen für ein nachhaltiges Leben mit dieser Krankheit oder gar die Chancen für eine Heilung kontinuierlich zu verbessern.


 

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Berlin, Zürich 05. August  2021 – Die Dr. Horst Böhlke Stiftung gab heute bekannt, dass ihr Stiftungspreis 2021 an Frau Dr. phil. Laura Volta,  am Universitätsspital Zürich geht. 

Frau Dr. Volta hat 2020 ihr Doktorat in Biologie an der ETH Zürich im Department of Chemistry and Applied Biosciences bei Prof. Dario Neri abgeschlossen. Sie ist derzeit am Universitätsspital und an der Universität Zürich in der Klinik für Medizinische Onkologie und Hämatologie im Labor bei Prof. M.G. Manz als Postdoktorandin tätig. Dort beschäftigt sich Frau Volta mit der Frage, wie T-Zellen, d.h. Zellen der Immunabwehr, gegen Leukämiezellen aktiviert werden können.

Konkret entwickelt Frau Volta kleine, antikörperähnliche Moleküle, die sich mit hoher Spezifität an Leukämiezellen binden können. Diese Moleküle tragen wiederum Erkennungsmerkmale, die dann von genetisch veränderten T-Zellen erkannt und gebunden werden. Die Bindung der kleinen Moleküle sowohl an die Leukämiezellen, als auch an die T-Zellen führt dann zur Aktivierung der T-Zellen und zur Zerstörung der Leukämiezellen. Durch die Kombination von mehreren Bindungsmolekülen kann eine hohe Spezifität und Effektivität der Leukämiezellabtötung erreicht werden. Bisher konnte das System in der Zellkultur getestet und bestätigt werden. In Zukunft soll dieser Ansatz zu klinisch anwendbaren Therapien entwickelt werden mit dem Potential aktuelle, weniger spezifische und auch toxischere Chemo-Therapien in der Leukämiebehandlung zu ersetzen.

Der Stiftungspreis gilt als Anerkennung der bis dato geleisteten Arbeit und ist als Unterstützung für anstehende Publikation & Ergebnisvorstellungen auf internationalen Fachkongressen vorgesehen. 


Besonders freut uns, dass die diesjährige Preisvergabe auf Empfehlung von Frau Dr. Anne Kaiser (geb. Simonowski) erfolgt. Frau Dr. Kaiser arbeitete 2017 im Team von Prof. Tim Brümmendorf und Dr. Jens Panse, Uniklinikum RWTH Aachen, und war in die erste Empfängerin unseres Stiftungspreises. Die Empfehlung ist für uns ein sympathischer Beleg, dass an Therapien inhaltsorientiert gearbeitet werden muss, ohne Beachtung von Ländergrenzen. - Leukämie-Zellen haben keinen Pass.


Bild: Für die Übergabe des Stiftungspreises hat Prof. Manz einen stilvollen Rahmen geboten:  den uniTurm der Universität Zürich  (v.l.: Prof. Markus Manz, Frau Dr. Anne Kaiser, Frau Dr. Laura Volta und Dr. Uwe H. Böhlke)